Kampf des Mittelstands um Auszubildende

Bildquellenangabe: Paul-Georg Meister  / pixelio.de

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Die Arbeitsagentur und die Deutsche Handelskammer vermelden seit vielen Jahren, dass es kurz vor Ausbildungsbeginn am 01.September noch immer sehr viele freie Lehrstellen gibt. Unternehmen beklagen, dass sie keine geeigneten Auszubildenden finden und müssen oftmals lange nach geeigneten Kandidaten suchen. Demografischer Wandel führt dazu, dass es immer weniger Schulabgänger gibt – Fachkräfte zu finden wird immer schwieriger. Auch die Tatsache, dass immer mehr Schulabgänger sich für ein Studium entscheiden erschwert es Unternehmen Lehrlinge zu finden.

Kooperation mit Schulen

Mittlerweile greifen Unternehmen zu ganz neuen Methoden neue Lehrlinge auf sich aufmerksam zu machen. Kooperationen mit Schulen stehen ganz oben auf der Liste. Diese sehen unterschiedlich aus. Während die einen Betriebsbesichtigungen oder Praktika anbieten, können andere Unternehmen wie beispielsweise ein Hersteller vom Maschinenschraubstock, Werkzeug sponsern. Dabei lassen sich oft schon Talente entdecken, die dann direkt abgeworben werden können. Andererseits entdecken so eventuell mehr Schüler einen Beruf für sich, den sie davor nicht in Erwägung gezogen haben. Es gibt aber auch Unternehmen, die angehende Auszubildende direkt oder indirekt mit Geld locken. Sei es ein Smartphone, 1000 Euro nach bestandener Probezeit oder die Aussicht den Meister finanziert zu bekommen – den Unternehmen gehen die Ideen nicht aus.

Entscheidungsfaktor Standort

Besonders Unternehmen in ländlichen Gegenden haben es noch schwerer Auszubildende zu finden. Sie haben nicht nur das Problem Lehrlinge zu finden, sondern diese nach der Ausbildung auch im Unternehmen zu halten. Denn viele junge Menschen ziehen es vor, in großen Städten zu leben und zu arbeiten. Während der Ausbildung nehmen sie es in Kauf auch auf dem Land zu arbeiten und zu leben, danach aber wollen sie in die Stadt. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Wie man aber weiß bestätigen diese die Regel.

Letzendlich bringen Kooperationen für beide Seiten Vorteile. Unternehmen können auf sich aufmerksam machen, die Schulen werden interessanter und Auszubildende erhalten oftmals Incentives, die früher undenkbar gewesen sind. Egal ob es eine Sachspende vom Hersteller vom Maschinenschraubstock ist, oder interessante Praktika, das wichtigste ist, dass die angehenden Fachkräfte gut ausgebildet werden und die Unternehmen diese an sich binden können. Ein erster Schritt ist auf jeden Fall schon gemacht.