Zufriedene Mitarbeiter – Schlüssel zum Erfolg?

Bildquelle: Konstantin Gastmann_pixelio.de

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Fragen wir nach dem Erfolg eines Unternehmens, fragen wir unmittelbar auch nach den Kriterien des Erfolgs. Wann also ist ein Unternehmen erfolgreich? Wenn es schwarze Zahlen schreibt, stets expandiert und auch im internationalen Vergleich noch gut abschneidet? Oder ist ein Unternehmen erfolgreich, das sich durch motivierte und zufriedene Mitarbeiter auszeichnet? Mitarbeiter, die sich für die Ziele der Organisation einsetzen und sich mit diesen identifizieren können?

Wir sehen, der Erfolg eines Unternehmens kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Mal aus Sicht der Organisation, mal aus Sicht der Arbeitskraft. Geht es also um die Frage, wer oder was hinter einem erfolgreichen Unternehmen steckt, scheint es, als müsse man auf verschiedenen Ebenen nach einer Antwort suchen. In diesem Fall soll die Mitarbeiterzufriedenheit im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Sehen wir den Erfolg eines Unternehmens nun als Funktion der Zufriedenheit seiner Mitarbeiter an, scheint zunächst eine genaue Definition des Begriffs sinnvoll. Im Folgenden soll daher zunächst das Konzept der Mitarbeiterzufriedenheit aus arbeits- und organisationspsychologischer Perspektive betrachtet werden.

Interesse am Konzept der Arbeitszufriedenheit entstand ursprünglich aufgrund der plausiblen Hypothese, dass zufriedene Mitarbeiter mehr leisten. Schnell zeigte sich jedoch, dass diese Hypothese nicht immer zutrifft und der Zusammenhang zwischen Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit sehr viel komplexer ist, als zunächst erwartet.

Komplex erscheint auch die Definition des Konstruktes der Mitarbeiterzufriedenheit, der man in Lehrbüchern der Psychologie begegnet. Diese wird definiert als Einstellung, die drei Teilaspekte umfasst: die emotionale Reaktion auf die Arbeit, die Meinung über die Arbeit, sowie die Bereitschaft, sich in der Arbeit in bestimmter Weise zu verhalten. Handelt es sich aber bei der Zufriedenheit um eine Einstellung, interessiert es natürlich, wann eine positive Einstellung gegenüber etwas oder jemandem resultiert. Einer psychologischen Grundannahme zufolge entstehen positive Einstellungen immer dann, wenn Wünsche erfüllt oder Bedürfnisse befriedigt werden. Esse ich also etwas, wenn ich Hunger habe, bin ich zufrieden, da mein Bedürfnis nach Nahrung befriedigt wurde. Wie sieht es aber mit der Gültigkeit dieser These aus, wenn wir nicht mehr nach dem Bedürfnis des Menschen nach Essen und Trinken fragen, sondern nach der Einstellung gegenüber der eigenen Berufstätigkeit. Gilt auch hier der Grundsatz der Erfüllung von Wünschen und der Befriedigung von Bedürfnissen? Und wenn ja, wann wird im Kontext von Arbeit und Beruf nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen gefragt? Ist es nicht vielmehr so, dass man bemüht ist, den Wünschen und Bedürfnissen des Chefs zu entsprechen?

 

Fragt man nun danach, welche Einstellung eine Person gegenüber ihrer Tätigkeit hat und wie zufrieden sie mit dieser ist, scheint eine Vielzahl von Aspekten bedeutsam. Während sich der eine über das schlechte Essen in der Kantine beschwert, sind es für den anderen vielleicht die unzureichende technische Ausstattung oder die fehlende Rückmeldung des Chefs, die für Unmut sorgen. Die Einstellung gegenüber der eigenen Berufstätigkeit kann sich also auf unterschiedliche Merkmale und Facetten von Arbeit beziehen. Neben den äußeren Arbeitsbedingungen oder der Beziehung zu Kollegen und Vorgesetzten, kann die Arbeitszufriedenheit auch von der Beschaffenheit und den Merkmalen der Aufgabe selbst abhängen. Wissenschaftlichen Studien zufolge wird es als positiv erlebt, wenn die Aufgabe nicht nur wenige Fähigkeiten des Mitarbeiters beansprucht, sondern möglichst viele motorische, intellektuelle und soziale Anforderungen an diesen stellt. Auch das Ausmaß, in dem eine Tätigkeit als bedeutsam erlebt wird, ist für die Zufriedenheit relevant. Wer erkennt, wie die eigene Tätigkeit dem anderen oder gar dem ganzen Unternehmen nützt und welchen Beitrag diese zu den Zielen des Unternehmens leistet, dem wird es leichter gelingen, sich mit der Organisation zu identifizieren und sich für die Ziele dieser einzusetzen. Dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter in einer Organisation nicht mehr nur von Gehalt und Arbeitszeiten, sondern von einer Reihe weiterer Faktoren abhängt, kann nun durchaus zu Überforderung führen. Nicht zu unrecht fragt man sich nämlich nun, wie es einem gelingen kann, dieser Vielzahl von Faktoren gerecht zu werden. Was aber, wenn es gar nicht nötig ist, alle Faktoren gleichermaßen und zu gleicher Zeit zu berücksichtigen, sondern wenn es vielmehr darum geht, ein Verständnis für bestimmte Zusammenhänge zu entwickeln. Ziel ist es nicht, eine Routineaufgabe als motorische und intellektuelle Herausforderung zu gestalten, sondern ein Bewusstsein für die Komplexität dieses Themas zu schaffen. Nur so ist es dann auch möglich, die theoretischen Zielsetzungen in der Praxis der Arbeitswelt erfolgreich umzusetzen.

Dieser Beitrag wurde verfasst von Luisa Solms von Springest, der neue Plattform zum Suchen und Vergleichen von Weiterbildungen.